„Brücke nach Terabithia“ – „Hab Geduld. Schließ die Augen. Lass deiner Fantasie einfach freien Lauf.“

Ich liege gemütlich auf der Couch, der Fernseher läuft. Ich schaue „Brücke nach Terabithia“. Die Titelmusik schlägt sanft ihre ersten Töne an. Auf dem Bildschirm läuft ein Junge über weite Felder. Dann zeichnet er Fantasiewesen und Schlösser. Aus seinem Bleistift sprießen goldene Funken. Ich lasse mich von dieser Musik treiben, die berührt und voller Sehnsucht ist. Dieselbe Sehnsucht spüre ich in mir, doch jetzt zählen nur die eigene Fantasie und die Fähigkeit, sie leben zu können. Es ist wie der Beginn einer Reise.

„Brücke nach Terabithia“, so heißt der im Jahre 2007 erschienene Film, der mich immer wieder in seinen Bann zieht. Was macht ihn so besonders? Unter den Schauspielern sind einige bekannte dabei, wie der Schauspieler von Jesse Aarons, Josh Hutcherson, den manche aus der Filmreihe „Die Tribute von Panem“ als Peeta Mellark wiedererkennen dürften. Aber das ist es nicht, was mich so verzaubert, denn es ist ein Drama, das sich mit zwei Kindern beschäftigt, die in der Schule Außenseiter sind und auch von ihren Eltern oft übersehen werden.

Der Protagonist dieser Geschichte ist Jesse Aarons, ein 11jähriger Junge, der mit seinen Eltern und seinen vier Schwestern in einem Haus auf dem Land lebt. Seine Leidenschaft ist Malen, was er jedoch geheim hält. In der Schule hat er keine Freunde und die Einzige, für die er Zuneigung empfindet, ist seine Musiklehrerin Miss Edmunds. Auch von seiner Familie wird er oft übergangen. Das ändert sich jedoch, als am ersten Schultag eine neue Schülerin in seine Klasse kommt: Leslie Burke.
Nach einiger Zeit entdecken sie, dass sie beide den gleichen Wunsch haben: für eine Weile dem Alltag und manchen Menschen entfliehen und Zeit für sich haben.
So kommt es, dass sie in einem Wald in ihrer Nähe ihre eigene Welt errichten, in der ihre Fantasie keine Grenze kennt. Durch das Übertreten der Brücke in die eigene Welt lernen sie sich selbst besser kennen und betreten die Brücke zu sich selbst.

Mich fasziniert dieser Film so sehr, weil es um zwei junge Menschen geht, denen es egal ist, was andere über sie sagen, sie wollen ihr Leben leben, ihre Fantasie leben und Spaß haben. Des Weiteren bewundere ich die Freundschaft zwischen den beiden, die füreinander da sind und mit ein bisschen Fantasie ihrer Welt entfliehen und in ihrer eigenen frei sind und das tun können, was sie wollen. Anders als viele heutzutage brauchen sie kein Handy oder Computer, um Spaß zu haben oder in eine Fantasiewelt abzutauchen. Sie brauchen nur sich, einen Wald und ihre eigene Fantasie.
Für mich liegt die Besonderheit darin, dass er, obwohl er viele ernste Themen wie Mobbing in der Schule, Ausgrenzung, Erwachsenwerden, Kindbleiben und Erwartungen der Eltern enthält, trotzdem so viel Zauber und Fantasie beinhaltet, dass man glaubt, die zwei könnten zusammen alles meistern. Auch zeigt er, was man alles mit seiner Fantasie bewirken kann und dass sie das Mächtigste ist, das wir haben, denn mit ihr können wir überall hinreisen und unsere eigene Welt erschaffen.
Dennoch weist er einen traurigen Wendepunkt auf, bei dem der Versuch, in dieses Reich einzutreten, in einem tragischen Unfall endet. Diese Szene hat mich sehr mitgenommen und berührt, obwohl ich wusste, dass etwas Schlimmes passiert.
Durch diesen Film weiß ich, dass es gut ist, seine Fantasie auszuleben und sein wahres Ich nicht zu verstecken. Auch wurde mir bewusst, dass jeder Mensch, der uns berührt hat, Spuren in uns hinterlässt und immer etwas von unserem Leben bleibt.

Mir wurde der Film von einigen Freundinnen empfohlen, als wir einen Film gesucht haben, den wir zusammen gucken wollen. Schon als ich ihn das erste Mal gesehen habe, hat er mich berührt und immer wenn ich ihn sehe, erinnere ich mich an den Abend, als wir ihn zusammen gesehen haben. In jedem von uns hat er Spuren hinterlassen.

Ich würde den Film auf jeden Fall weiterempfehlen, da er auch für die geeignet ist, die kein Fantasy mögen. Denn anders als manche denken könnten, geht es hier nicht um bunte Feen oder Elfen, es geht um Träume und den Wunsch nach einer Welt, in der sie frei sein können.
Er ist zudem sehr vielseitig und nimmt dich mit auf eine Reise in deine Fantasie. Geeignet ist er für alle, die die Fantasie in sich selbst wiederfinden und sich von einer Freundschaft inspirieren lassen wollen. Auch die Erwachsenen werden hier das Kind in sich wiederfinden und so mancher Jugendlicher wird etwas aus der Fantasiewelt mitnehmen.
Ob die Fantasiewelt, in der sie viel Zeit verbringen, tatsächlich nur ausgedacht ist oder doch real ist, darf jeder für sich selbst entscheiden.

© 2017 Jessica (Kl. 10)