Salvete parentes discipulique! – Hallo, liebe Eltern und Schüler!

Das Fach Latein hat am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium eine große Tradition; viele Schülerinnen und Schüler wählen dieses Fach und nehmen mit viel Spaß und Erfolg an diesem Angebot teil. Aber warum eigentlich? Welche Gründe sprechen für Latein als Fach?

Latein ist, wie schon in der Überschrift zu erkennen ist, eine Sprache, in der man sich lebendig und aktiv ausdrücken kann. Sie hat aber den großen Vorteil, sich nicht mehr zu verändern und bildet damit ein klares und verständliches System.

Im Lateinunterricht erwartet die Schülerinnen und Schüler ein inhaltliches Angebot, das ihnen vielleicht noch fremd ist: die Welt der Antike. Das Lateinbuch, das reizvoll und interessant gestaltet ist, bietet einen Einblick in das Leben der „alten“ Römer und Griechen, in ihren Alltag, in ihre Geschichte und ihre Kultur, in Ereignisse und Zeugnisse also, die vor 2000-3000 Jahren aktuell waren oder der antiken Sagenwelt angehören. Davon ausgehend können wir Vergleiche ziehen: Wie gehen wir heute mit diesen Themen um? Was heißt zum Beispiel für uns „Freizeit“, was für die Römer? Gibt es heute noch Sklaverei — und was hat sie mit uns zu tun?

Gleichzeitig erwerben die Schülerinnen und Schüler Kenntnisse in einer Fremdsprache, die zwar nirgends Landessprache, jedoch international von unbestrittener Bedeutung ist: Latein, die ‚Mutter‘ der romanischen Sprachen (Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Französisch, Rumänisch, Räto-Romanisch) lebt nicht nur in diesen Sprachen weiter, sondern bildet auch ca. 60% des englischen und ca. 50% des deutschen Wortschatzes. Lateinkenntnisse können also ein nützlicher Schlüssel für die modernen Fremdsprachen sein. Auch die Fachsprache in Bereichen wie Jura, Biologie oder Medizin ist mit Lateinkenntnissen oft leichter verständlich.

Lateinlernen ist als Basismodell für das Lernen anderer Sprachen anzusehen. Die Schülerinnen und Schüler durchschauen in zunehmendem Maße diese Sprache, die Elemente ihres ‚Gebäudes‘ und deren Signale, begreifen ihre Regeln und wenden sie an. Dabei schulen die Schülerinnen und Schüler Genauigkeit, Ordnungssinn, Logik und Ausdauer, also Kompetenzen und Werte, die in allen Lebensbereichen heute verlangt sind. Zudem erweitern sich durch den Übersetzungsprozess das Ausdrucksvermögen und das Sprachbewusstsein im Deutschen.

Im Fach Latein ist die Unterrichtssprache zumeist Deutsch. Aussprache und Rechtschreibung sind wenig problematisch, denn die Wörter werden in der Regel genau so gesprochen, wie sie geschrieben werden.

Nach der Lehrbuchphase arbeiten die Schülerinnen und Schüler an zunehmend schwierigeren lateinischen Originaltexten. Bei einer Fortsetzung in der Studienstufe setzen sich die Schülerinnen und Schüler dann vertieft mit der römischen und europäischer Literatur, Kultur, Philosophie und Geschichtsschreibung auseinander.

Eine weitere Möglichkeit sich mit der Sprache und den Inhalten des Faches Latein auseinander zu setzen, gibt es bei Klassenreisen und Studienfahrten in alte Römerstädte wie Rom oder Trier. Die persönliche Begegnung mit den Lerngegenständen ist dabei immer wieder eine besondere Bereicherung.

Der Lehrgang im Fach Latein ist auf mindestens vier Schuljahre angelegt; empfohlen wird aber auch die Teilnahme in der 10. Klasse, da Latein hier eine Besonderheit im Vergleich zu den anderen Fächern bietet: Alle Schülerinnen und Schüler können einen Abschluss nach der 10. Klasse erlangen, das LATINUM, nach der 11. Klasse sogar das GROSSE LATINUM. Diese Abschlüsse sind dabei nicht von einer Prüfung abhängig, sondern von der Endnote. Das Latinum wird nach wie vor bei vielen Studiengängen verlangt und hat somit einen hohen Stellenwert.

Zusätzlich zum Unterricht können Schülerinnen und Schüler am Bundeswettbewerb Fremdsprachen teilnehmen. Dort setzen sie sich aktiv mit Latein auseinander, indem sie kleine Filme oder Hörspiele entwerfen und selber inszenieren. Viele Schülerinnen und Schüler des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums haben bereits mit teilweise großem Erfolg an diesem wichtigen Wettbewerb teilgenommen.

Oben ist gezeigt, wie sich Schüler aktiv mit den Inhalten des Unterrichtes auseinandersetzen: Der Film ist eine Verarbeitung einer zentralen römischen Sage („Der Tod der Lucretia“ nach Livius), die im Unterricht der 11. Klasse entstanden ist. Dabei zeigen Andre und Nils, wie man sich mit viel Humor, aber auch mit viel Fachwissen diesem Thema annähern kann.

Um auf den Anfang zurückzukehren: Warum also Latein lernen?

Sowohl die Sprache an sich als auch die Art des Umgangs mit ihr schulen das Sprachbewusstsein, die Fähigkeit das eigene Denken und Handeln zu reflektieren und die notwendigen Kompetenzen. Auch die Inhalte haben nach wie vor ihren Stellenwert, da sie die Basis für das geistige Leben in Europa bilden, und zwar bis heute! Letzten Endes erzeugt diese Sprache eine europäische Identität erzeugen, da Latein die Basis des europäischen Denkens ist.

…und nicht zuletzt macht der Unterricht im Fach Latein Spaß!

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